Regenwaldzerstörung

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Heute waren wir in Magdeburg auf der Sternbrücke und haben unser Anliegen auf ein Banner gemalt. Wir haben zusammen mit Gleichgesinnten gegen den geplanten Bau von Staudämmen und damit gegen die Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien protestiert und dabei auch Protest-Unterschriften gesammelt. Denn die brasilianische Regierung plant Umweltzerstörung im großen Stil, indem sie den Ausbau von Staudämmen im Amazonas-Regenwald vorantreiben will.

Der Tapajós-Fluss ist einer der letzten frei fließenden Nebenflüsse des Amazonas. Entlang dieses Flusses sollen nun kilometerlange Staudämme entstehen. Der erste geplante Damm ist der São-Luiz-do-Tapajós-Staudamm. Mit ihm entstünde ein 729 Quadratkilometer großes Staubecken und damit ein Stausee mehr als doppelt so groß wie München. Das Gebiet befindet sich in einer intakten Urwaldregion mit einer einzigartigen Artenvielfalt. Der Lebensraum von indigenen Völkern wie z.B. den Munduruku, die seit Jahrhunderten am und vom Fluss leben sowie von Hunderten Tierarten würde zerstört werden.

Allein die Vorbereitungen und der damit verbundene Bau neuer Straßen im Amazonas-Gebiet bedrohen das empfindliche Ökosystem. Denn sie vereinfachen z.B. das Eindringen in das Waldgebiet und ermöglichen damit Ansiedlungen und illegalen Holzeinschlag. Aber auch der Einfluss auf das Klima kann verheerend sein. Denn zum Einen beansprucht der Aufbau der riesigen Anlagen Unmengen von Energie, zum Anderen werden durch die Verrottung von überfluteter Vegetation erhebliche Mengen von Treibhausgasen wie Kohlendioxid und Methan freigesetzt. Die Zerstörung der Amazonas-Regenwälder bedeutet den Verlust eines wichtigen CO2-Speichers. Das hat nicht nur Auswirkungen auf das lokale Klima im Amazonas-Gebiet, sondern trägt auch zum weltweiten Klimawandel bei.

Ohne internationale Unterstützung wären solche Projekte nicht zu stemmen. Unternehmen wie z.B. der Technologiekonzern Siemens oder die Firma Voith könnten Turbinen und Generatoren für das Großprojekt liefern, wie sie es schon für den umstrittenen Belo-Monte-Staudamm taten.

Mittlerweile wurde von der brasilianischen Umweltbehörde bekannt gegeben, dass zumindest der São-Luiz-do-Tapajós-Staudamm im Herzen des Amazonas-Regenwaldes nicht gebaut wird. Unser Protest hat offenbar Wirkung gezeigt.

Weiterführende Links

Schutz für den Amazonas-Regenwald